Entschlammung des Waldsees
Teichmuscheln

Der Waldsee in Freiburg wurde im Winter des Jahres 2000 saniert. Dazu mußte das Wasser vollständig abgelassen werden. Das Büro Kramer war für die Bergung der Fische zuständig. Während des Ablassens und der Bergung der zahlreichen Fische wurden auch die Muscheln entdeckt.

Teichmuscheln wieder zurückgesetzt

Es handelt sich um die Große Teichmuschel mit dem wissenschaftlichen Namen „Anodonta cygnea“. Diese Muscheln gehören zu den größten Muscheln im Süßwasser. Sie erreichen eine Schalenlänge bis zu 20 cm. Im Waldsee lebten insgesamt etwa 1000 dieser Muscheln. Ein großer Teil davon wurde über die Wintermonate in einem Becken aufbewahrt. Nachdem die Arbeiten am Waldsee beendet und der See wieder voll war, wurden die Muscheln wieder eingesetzt.

Teichmuscheln haben im See wichtige Funktionen. Sie leisten einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität. Eine große Muschel filtriert in einer Stunde etwa 1000 Liter (1 m³) Wasser. Dabei entnimmt sie dem Wasser eine große Menge von Schwebeteilchen, die sie als Nahrung verwendet. Sind diese Schwebeteilchen im freien Wasser, lassen sie den See trübe erscheinen, führen zur starken Schlammbildung und zum Sauerstoffmangel. All diese Erscheinungen können durch die Tätigkeit der Muscheln deutlich verringert werden.

Teichmuscheln brauchen Fische zu ihrer Vermehrung. Die Muscheln bewahren ihre Eier zunächst zwischen ihren Kiemen auf. Wenn dann die Muschellarven aus den Eiern geschlüpft sind, verlassen diese den Kiemenraum und gelangen ins freie Wasser. Sie heften sich an die Flossen oder die Kiemen bestimmter Fische. Dort bleiben sie so lange, bis sie sich zu kleinen Muscheln entwickelt haben. Dann fallen sie zu Boden und beginnen ihr langsames Wachstum. Sie können weit über 10 Jahre alt werden.

Eßbar sind die Muscheln allerdings nicht, allein schon, weil sie im Schlamm leben und dessen Geschmack annehmen. Außerdem stehen sie unter dem strengen Schutz der Landesfischerei-verordnung. Sie unterliegen dem Fischereirecht und genießen dadurch ganzjährige Schonzeit.

Fische in schlechtem Zustand

Die Fische waren (bis auf wenige Ausnahmen) in einem relativ schlechten Zustand. Es waren zu viele Fische im Waldsee. Aufgrund der hohen Konkurrenz herrschte Nahrungsmangel, die Fische wuchsen nicht genügend und blieben sehr klein („verbuttet“).

Die „Massenfische“ waren Giebel und Rotaugen. Giebel können unter guten Lebensbedingungen bis zu 40 cm groß werden, im Waldsee waren die größten etwa 20 cm lang. Bei den Rotaugen war dies ähnlich.

Barsche befanden sich ebenfalls in größerer Zahl im Waldsee, bis auf 5 Fische ebenfalls nur sehr kleinwüchsig.

Etwa 25 Karpfen zwischen 40 und 60 cm Länge wurden geborgen, die jüngeren Jahrgänge fehlten vollständig. Karpfen können sich demnach im Waldsee nicht selbst vermehren.

Bitterlinge konnten keine nachgewiesen werden, trotz des sehr guten Muschelbestandes.

Als Besonderheiten können ein Hecht von 1 m Länge, ein kleinerer Wels und 3 Regenbogen-forellen aufgezählt werden.

Der Raubfischbestand war deutlich zu gering. Als Raubfische waren im Waldsee nur der eine Hecht, die Barsche, der Wels sowie wenige größere Döbel vorhanden. Auch der Befischungsdruck durch Angler war deutlich zu gering, weshalb es überhaupt erst zu diesen schlechten Verhältnissen kommen konnte.

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